Initiativbewerbung - Einfach Bewerben ohne Stellenausschreibung

Die Initiativbewerbung ist eine Art der Bewerbung, die nicht aufgrund einer Stellenausschreibung geschrieben wird. Du wartest also nicht, bis dein gewünschtes Unternehmen eine Stelle ausschreibt, sondern ergreifst selbst die Initiative und bewirbst dich! Die Initiativbewerbung sollte in jedem Fall speziell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten werden. In Zeitungen und im Internet findest du jede menge Stellen, doch leider keine, die zu dir passt? Und wenn du auf ein Stellenangebot stößt, an dem du wirklich Interesse hast, dann werden erfahrene Fachkräfte gesucht und keine Anfänger. Das ist schade, aber für dich noch lange kein Grund aufzugeben.

Schreibtisch mit Initiativbewerbung

Versuch es in diesem Fall mit einer Initiativbewerbung. Auch wenn die Initiativbewerbung keine Wunderwaffe ist: Wenn du genügend Zeit und Flexibilität mitbringst, kannst du damit den gewünschten Erfolg erzielen! Ein großer Vorteil der Initiativbewerbung liegt darin, dass du in den meisten Fällen der einzige Bewerber oder die einzige Bewerberin bist. Das heißt, deine Mappe landet nicht auf dem riesigen Stapel der Konkurrenzbewerbungen, sondern wird exklusiv geprüft.

Eine Initiativbewerbung hat aber auch Nachteile:

  • Oft weißt du nicht, ob für deine Qualifikation überhaupt Bedarf besteht.
  • Deine Bewerbung landet nicht zwangsläufig beim richtigen Ansprechpartner.
  • Du erwischst nicht unbedingt den richtigen Zeitpunkt, z. B. wenn die gewünschte Stelle erst in einem Jahr frei wird.
  • Schaffst du es, diese Nachteile auszuschalten, dann steigen deine Chancen enorm!

Du hast vier Möglichkeiten eine Initiativbewerbung zu platzieren

Es gehört schon sehr viel Glück dazu, dass du mit einer Initiativbewerbung einen Volltreffer erzielst, ohne zu wissen, ob überhaupt ein Bedarf besteht. Daher ist es auf jeden Fall wichtig und sinnvoll, dass du dich erkundigst, bevor du eine Initiativbewerbung losschickst. Dazu hast du vier Möglichkeiten

  1. Du konzentrierst dich auf Arbeitgeber, die im angestrebten Berufsfeld tätig sind.
  2. Du erkundigst dich vorher, ob deine Qualifikation gefragt ist.
  3. Du bewirbst dich, wenn du von einer offenen Stelle hörst.
  4. Du bewirbst dich in Anlehnung an eine ausgeschriebene Stelle

1. Du konzentrierst dich auf Arbeitgeber, die im angestrebten Berufsfeld tätig sind

Du weißt schon genau, in welcher Branche du dein Geld verdienen willst? Dann konzentrier dich ganz darauf. Bewerbe dich ganz gezielt, indem du nur Arbeitgeber suchst, die in dieser Branche tätig sind und die auch Stellen im angestrebten Berufsfeld anzubieten haben. Dabei hilft dir nicht nur die Onlinerecherche, sondern auch die Auswertung von Zeitungen. Vergesse nicht, dass gerade der Stellenmarkt brauchbare Informationen liefert. Dort erfährst du Details über die Tätigkeitsbereiche, Einsatzgebiete und Produkte großer Firmen und Organisationen. Zuerst auf ausgeschriebene Stellen bewerben!

Auch wenn du dich bei deiner Stellensuche mehr auf Unternehmen konzentrierst als auf ausgeschriebene Stellen, solltest du doch Folgendes beachten: Bei großen und bekannten Konzernen, Verbänden und Organisationen sind Initiativbewerbungen keine Seltenheit. Diese landen in einer zentralen Datenbank, auf die die einzelnen Abteilungen bei Bedarf Zugriff haben. Das bedeutet aber auch, Initiativbewerbungen werden nur angesehen, sofern die Personalverantwortlichen nicht schon mit der Besetzung regulär ausgeschriebener Stellen mehr als genug zu tun haben. In diesen Fällen solltest du die Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen vorziehen. Eine Ausnahme bildet die Werbebranche: Hier ist es nicht üblich, jede Stelle auszuschreiben. Bedarf gibt es fast immer, denn die Fluktuation ist hoch. Hier sind Initiativbewerbungen also Standard. Schneide dir Stellenanzeigen von Arbeitgebern aus, die dir interessant erscheinen. Recherchiere gezielt nach weiteren Informationen. Erst dann solltest du dich initiativ bewerben.

2. Du erkundigst dich vorher, ob deine Qualifikationen gefragt sind

Du hast eine Traumfirma ins Auge gefasst, da dich beispielsweise die Produkte oder die Tätigkeitsbereiche ansprechen? Leider heißt das noch nicht, dass du dort zwangsläufig Chancen haben wirst. Falls du dir unsicher bist, ob du die richtigen Qualifikationen mitbringst, versuche das vorab herauszufinden: Informiere dich, was genau der angestrebte Arbeitgeber macht. Recherchiere auf seiner Website, ob es Bereiche oder Abteilungen gibt, zu denen deine spezifischen Kenntnisse passen. Telefoniere mit der Personalabteilung – falls du dir ein souveränes Gespräch zutraust und dir im Klaren bist, was du möchtest.

3. Du bewirbst dich, wenn du von einer offenen Stelle hörst

Allerdings werden längst nicht alle offenen Stellen ausgeschrieben. Viele Arbeitgeber besetzen Stellen unter der Hand mit Arbeitskräften aus dem Umfeld ihrer Belegschaft. Lasse dich durch die Tatsache nicht frustrieren. Das bedeutet nicht, dass du als Initiativbewerber keine Chance hast – im Gegenteil! Begreife die informellen Wege der Stellenvergabe als Chance. Höre dich in deinem Bekanntenkreis um. So kannst du ebenfalls von offenen Stellen erfahren. Reagiere auch auf Insider-Informationen, Zeitungsmeldungen und Gerüchte. Sobald du von einer Firma hörst, die im angestrebten Tätigkeitsfeld Leute sucht, schickst du eine Initiativbewerbung raus.

4. Du bewirbst dich in Anlehnung an eine ausgeschriebene Stelle

Eine Stelle interessiert dich, aber du bringst noch nicht die nötige Erfahrung oder Ausbildung dafür mit? Bewerbe dich initiativ, verweise dich aber auf die Zeitungsanzeige, in der die gewünschte Stelle ausgeschrieben ist. Zeige die Bereitschaft, dich für die Stelle ausbilden zu lassen oder bis zur vollständigen Einarbeitung ein niedrigeres Gehalt zu beziehen.

Beispiel:
Daniela Müller hat gerade ihren Schulabschluss gemacht. Ihr Traumberuf: Rechtsanwaltsgehilfin. Leider hat sie bislang noch keine Ausbildungsstelle bekommen. Im Stellenmarkt der Lokalzeitung liest sie immer wieder Inserate, in denen ausgebildete Rechtsanwaltsgehilfen gesucht werden: Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir eine Rechtsanwaltsgehilfin in Vollzeit. Hier ist eine Initiativbewerbung um einen Ausbildungsplatz chancenreich. Vielleicht lässt sich ja ein Arbeitgeber davon überzeugen, einen Ausbildungsplatz für dich einzurichten.

Nehme in deiner Bewerbung Bezug auf die ausgeschriebene Stelle. Mache aber klar, dass du dich nur in Anlehnung darauf bewirbst. Signalisiere bereits im Anschreiben deine Bereitschaft, zunächst eine betriebsinterne Ausbildung durchzulaufen (z. B. ein Traineeprogramm, ein Volontariat oder eine Ausbildung). Auch der Hinweis, dass du mit einer – zunächst niedriger bezahlten – Einarbeitungszeit einverstanden bist, wirkt oft Wunder.

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